Ein Tarifvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen einer Gewerkschaft auf der einen und einem Arbeitgeberverband oder einzelnem Unternehmen auf der anderen Seite. Er regelt die zentralen Bedingungen eines Arbeitsverhältnisses: Eingruppierung und Lohn, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen sowie Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld. Tarifverträge sind in Deutschland eines der wichtigsten Instrumente zur Sicherung fairer Arbeitsbedingungen.
Man unterscheidet vor allem Flächentarifverträge (für eine ganze Branche oder Region) und Haustarifverträge (für ein einzelnes Unternehmen). Bekannte Beispiele sind der TVöD für den öffentlichen Dienst auf Bundes- und Kommunalebene oder der TV-L für Beschäftigte der Bundesländer. Tariflöhne liegen in der Regel deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und steigen über sogenannte Stufenlaufzeiten an.
Die Tarifbindung gilt grundsätzlich nur für Mitglieder der vertragsschließenden Parteien – also Gewerkschaftsmitglieder bei tarifgebundenen Arbeitgebenden. In der Praxis übernehmen viele Unternehmen die Tarifkonditionen aber freiwillig auch für Nicht-Gewerkschaftsmitglieder, um keine Konflikte in der Belegschaft zu erzeugen.
Für Bewerbende ist die Frage „tarifgebunden ja oder nein" ein wichtiges Auswahlkriterium: Tarifgebundene Stellen bieten meist transparente Gehaltsstrukturen, planbare Karrierewege und stärkere Schutzregeln bei Kündigung. Besonders im sozialen Sektor, in der Bildung und im öffentlichen Dienst sind tarifgebundene Stellen die Regel – Bereiche, in denen Lunigi gezielt nach passenden Angeboten sucht.